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Was sind Finanzanlagen?

Finanzanlagen werden dem Anlagevermögen von Unternehmen zugeordnet. In der Bilanz stellen sie diejenigen Werte dar, welche dauerhaft angelegt werden. Diese Anlagen können in Form von Wertpapieren vorliegen, oder ähnliche Strukturen besitzen. Hauptsache, sie werden langfristig gehalten und nicht verändert. Besonders ist ebenfalls, dass die Finanzanlagen zu keiner planmäßigen Abschreibung geschrieben werden. So können sie auch großen Wertschwankungen unterliegen, sich vermehren oder sinken, wie es bei Aktienkursen der Fall ist.

Der Begriff Finanzanlage darf nicht mit einer Geldanlage oder einer Investition verwechselt werden. Zumindest nicht im tatsächlichen Sinne. Wenn von Finanzanlagen gesprochen wird, so handelt es sich immer um betriebliche Vorgänge in einem Unternehmen. Im privaten Sinne würde man eine Geldanlage auch als Kapitalanlage bezeichnen, nicht aber als Finanzanlage. Sie beschreibt die finanzielle Anlage in Wertpapiere, Aktien oder der Beteiligung an einem Unternehmen.

Finanzielle Vermögenswerte eines Betriebes

Finanzanlagen werden auf die Aktivseite in einer Bilanz geschrieben. Darüber hinaus können sie entweder zum Umlaufvermögen, oder aber zum Anlagevermögen gehören. Hier kommt es auf die geplante Anlagedauer an. Weiterhin wird innerhalb der Finanzanlagen nach der Art der Einflussnahme unterschieden.

  • Beteiligung an anderen Unternehmen
  • Aktien, Wertpapiere, Investmentanteile
  • Ausleihungen

Sich an anderen Unternehmen zu beteiligen kann eine Art Finanzanlage für ein Unternehmen darstellen. So kann eine Firma Anteile an Kapitalgesellschaften haben, aber auch an Aktien oder Einlagen. Durch die Investition können diverse Erträge erwirtschaftet werden, um die Anlage rentabel zu machen. Außerdem sichert sich die Firma auch einen diversen Einfluss bei anderen Unternehmen.

Wer es lieber ohne Beteiligung wünscht, der investiert in Aktien oder Wertpapiere und Investmentanteile. Im Anlagevermögen stehen diese in der Position “Wertpapiere”. Auch hier sind Erträge und Gewinne zu erwarten.

Ausleihungen stellen eigentlich nur finanzielle Forderungen dar, so beispielsweise Darlehen oder aufgenommene Hypotheken. Nimmt die Firma einen Kredit für eine Investition auf, so gehört diese Summe zu den Finanzanlagen. Ausgenommen hiervon sind Forderungen aus Lieferungen oder noch nicht erbrachten Leistungen. Alles in einem bedeuten Finanzanlagen also finanzielle Vermögenswerte. In der Praxis sind generell Wertpapiere beliebt, aber auch Beteiligungen an Unternehmen nicht unüblich. Je nachdem, ob die Firma einen gewissen Einfluss ausüben möchte, oder ob es ihr rein um die Erträge geht.

Finanzanlagen in das Vermögen einordnen

Sachanlagen gehören nicht zu den Finanzanlagen, denn sie stellen zwar einen gewissen Wert dar, zählen aber nicht in das Anlagevermögen hinein. Anders als bei Wertpapieren, welche dem Umlaufvermögen und den Finanzanlagen zugeordnet werden. Damit das passiert, kommt es darauf an, wie die Wertpapiere behandelt werden. Entscheidend sind also die Verwendung und die Dauer der Haltung. Als Anlagevermögen werden sie dann bezeichnet, wenn sie einem dauerhaften Geschäftsbetrieb dienen. Bei Beteiligungen an anderen Unternehmen geht es darüber hinaus um den Aufbau einer engeren Partnerschaft. Hier ist eine größere Strategie hinter dem Anlagevermögen.

Umlaufvermögen bedeutet hingegen, dass die Wertpapiere lediglich zum Handel dienen. Plant also ein Unternehmen, die Wertpapiere in einigen Jahren zu verkaufen, gehören sie dennoch zum Umlaufvermögen. Einmal zugeordnet, wird dies in der Regel auch nicht mehr verändert. Möchte man Umlauf- und Anlagevermögen untereinander verschieben oder die Zuteilung ändern, so bedarf es Sonderregelungen und einem gewissen Aufwand.

Finanzanlagen Beispiele aus der Praxis

In sehr großen Unternehmen existiert meist auch ein größeres Vermögen im Bereich der Finanzanlagen. Sogar dann, wenn die Firma gar nichts mit Wertpapieren und Aktien zu tun hat. Beispielsweise sind die Automobilkonzerne Volkswagen und Porsche eng miteinander verflochten und unterstützen sich gegenseitig. So besitzt jeder Konzern Anteile am jeweils anderen Unternehmen. Dabei geht es sicherlich nicht um kurzfristige Renditen, sondern um einen langfristigen Zusammenhalt und Vermögensaufbau. Da es sich hier natürlich um Konkurrenten handelt, sind Übernahmen oder dauerhafter Einfluss immer wieder zum Streitthema in der Vergangenheit geworden. Diese gegenseitigen Beteiligungen müssen in der Bilanz geführt werden.

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Bewertung von Finanzanlagen und Abschreibungen

Wertpapiere oder Aktien werden in der Regel nicht abgeschrieben. Allerdings spielt auch die Abnutzbarkeit eine Rolle dabei, ob die Güter trotzdem in der Abschreibung vorkommen. Abnutzbar sind demnach verwendete Güter, wie beispielsweise Maschinen oder andere Gegenstände. Bei Sachgütern innerhalb eines Betriebes werden diese Stück für Stück abgeschrieben, da es sich hier um einen Verschleiß handelt. Dieser Verschleiß wird als Verlust abgeschrieben, da der Wert der Sachgüter mit sinkt. Bei Aktien ist das nicht der Fall, denn sie können ständig wachsen oder sich verändern.

Kurzum, Finanzanlagen sind kein abnutzbares Wirtschaftsgut und können daher nicht abgeschrieben werden. Weder handelsrechtlich, noch steuerrechtlich wäre dies korrekt. Aufzuführen sind die Finanzanlagen höchstens in der außerplanmäßigen Abschreibung. Allerdings nur dann, wenn die Wertpapiere eine Wertminderung aufweisen, die dauerhaft auftritt. Dies kommt beispielsweise bei Insolvenzen vor, wenn das Unternehmen, in dem man beteiligt ist, eine Insolvenz durchlebt.

Finanzanlagen werden mittels der Anschaffungskosten verglichen und bewertet. Wird mit 10 Millionen Euro in ein anderes Unternehmen investiert, so müssten genau diese 10 Millionen auch in der Bilanz auftauchen. Handelt es sich um Wertpapiere, deren Wert zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung gesunken ist, so würde dies unbehandelt bleiben. Immerhin geht man davon aus, dass sämtliche Aktien auch wieder steigen können und zum aktuellen Zeitpunkt lediglich schwanken. Eine negative Kursschwankung stellt also keinen Grund dar, die Finanzanlage der dauerhaften Abschreibung zuzuordnen.

Unterschiede der handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Bilanzierung

Laut Handelsrecht existiert keine gesetzlich festgelegte Definition darüber, ab wann eine Finanzanlage einer dauerhaften Wertminderung unterliegt. Steuerrechtlich betrachtet kann es auch für das nicht abnutzbare und angelegte Vermögen eine dauerhafte Wertminderung geben. Doch wann genau liegt eine dauerhafte Wertminderung einer Finanzanlage vor? Und wie sind die Schwankungen von Aktien zu behandeln, wenn diese sowohl steigen, als auch sinken?

Generell stellen beispielsweise Wirtschaftsprüfer die Frage, ob der Wert einer Aktien innerhalb der letzten 6 Monate um mehr als 20% gesunken ist. Weiterhin, ob der Wert innerhalb der letzten 12 Monate um mehr als 10% gesunken ist. Ist dies nicht der Fall, so kann auch keine Abschreibung vorgenommen werden. Konnte hingegen eine Differenz ausgemacht werden, so ist aus handelsrechtlicher Sicht eine Abschreibung möglich. Steigen die Werte dann wieder, so muss eine Zuschreibung geben, da eine dauerhafte Wertminderung nicht länger vorliegt. Hierbei kann sich der Anschaffungswert verändern.

Steuerrechtlich ist zu überprüfen, ob der Börsenwert zum Bilanzstichtag unter den Zeitpunkt des Aktienkaufs, um mehr als 5% gesunken ist. Man spricht hier auch von einer Bagatellgrenze. Sie ist an jedem Stichtag der Bilanz zu prüfen. Natürlich müssen Steigerungen wieder gegengerechnet werden. In diesem Fall ist der Steuerpflichtige sogar dazu gezwungen, eine Wertaufholung vorzunehmen.

Risiken einer Finanzanlage

Finanzanlagen von Unternehmen haben nur wenig mit spekulativen Verhalten zu tun. Viel eher kann man von einem gewissen Risiko sprechen, welches von den Unternehmen eingegangen wird. Und dabei kann man noch so strategisch, klug und vorsichtig sein, ein Restrisiko bei einer Anlage besteht immer.

Wer beispielsweise in ein anderes Unternehmen investiert und dort seine Finanzanlage tätigt, der wird sich Gedanken über mögliche Insolvenzen machen müssen. Hier können zwar die Verluste als dauerhafte Abschreibung geltend gemacht werden, trotzdem ist eine solche Vorgehensweise ärgerlich. Aktien und Wertpapiere können ebenfalls in ihrem Wert verlieren oder sogar einen kompletten Verlust bedeuten. Trotzdem können langfristige Anlagen wieder steigen oder später erneut schwanken. Hier gilt es also, vorab gut zu überlegen, in welche Art investiert wird. Dennoch gilt: Je höher das Risiko, umso höher die langfristigen Renditen.

Die Entwicklung einer Finanz-Anlagestrategie ist gerade bei größeren Unternehmen wirklich wichtig. Hier geht es meist um viel Geld und um hohe Investitionen. Sicherheiten können dabei durch Streuungen des Vermögens erzielt werden. Mit Hilfe eines erfolgreichen Risikomanagements kann Anlagevolumen rational bestimmt werden und die Risiken können sich minimieren.

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