Können Ausländer und ehemalige Filipinos Immobilien auf den Philippinen besitzen? Gibt es Ausnahmen?

Der Immobilienmarkt auf den Philippinen zieht weltweit Aufmerksamkeit auf sich, insbesondere bei Ausländern und ehemaligen Filipinos. Die rechtlichen Rahmenbedingungen, die den Erwerb von Immobilien in diesem Archipel regeln, sind jedoch komplex und bedürfen einer detaillierten Betrachtung.

Grundlegende Regelungen für Ausländer

Grundsätzlich ist es Ausländern laut der philippinischen Verfassung von 1987 untersagt, Grundbesitz in den Philippinen zu erwerben. Dies ist in Artikel 12, Abschnitt 7, festgelegt und besagt, dass private Ländereien nicht an Personen übertragen oder verkauft werden dürfen, die nicht berechtigt sind, Land des öffentlichen Bereichs zu erwerben oder zu besitzen.

Ausnahmen für ehemalige Filipinos

Eine wichtige Ausnahme von dieser Regel besteht für ehemalige philippinische Staatsbürger. Natürlich geborene Bürger der Philippinen, die ihre Staatsbürgerschaft verloren haben, dürfen unter bestimmten gesetzlichen Einschränkungen Privateigentum erwerben. Diese Regelung ermöglicht es ehemaligen Filipinos, unter bestimmten Bedingungen wieder mit dem Land ihrer Herkunft verbunden zu sein.

Erwerb von Immobilien vor der Verfassung von 1935

Eine weitere Ausnahme besteht für Immobilien, die vor der Verfassung von 1935 erworben wurden. Sollte ein Ausländer oder Nicht-Filipino Eigentum durch Erbschaft oder Kauf vor diesem Datum erlangt haben, ist der Besitz des Eigentums legitim.

Immobilienkauf durch Erbfolge

Die Verfassung erlaubt auch den Erwerb von Immobilien durch ausländische Staatsangehörige im Falle einer Erbfolge. Dies bedeutet, dass wenn ein Ausländer oder ehemaliger Filipino Erbe eines Grundstücks ist, er dieses durch gesetzliche oder testamentarische Erbfolge erwerben kann.

Kauf von Eigentumswohnungen

Laut dem Condominium Act der Philippinen ist es ausländischen Staatsbürgern gestattet, Eigentumswohnungen zu kaufen, solange der ausländische Anteil am Gesamtprojekt 40 Prozent nicht überschreitet. Dies bietet eine realisierbare Option für Ausländer, in philippinisches Immobilieneigentum zu investieren, ohne dabei das Land selbst zu erwerben.

Unternehmensbeteiligungen und Immobilienbesitz

Eine weitere Möglichkeit für Ausländer, indirekt in philippinisches Immobilieneigentum zu investieren, ist durch Unternehmensbeteiligungen. Ausländer dürfen bis zu 40 Prozent der Anteile an einem Unternehmen besitzen, das Immobilien auf den Philippinen hält.

Ehepartner von Filipinos und Immobilienbesitz

In Fällen, in denen ein Ausländer mit einem philippinischen Staatsbürger verheiratet ist, kann das Eigentum im Namen des philippinischen Ehepartners erworben werden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass im Falle des Todes des philippinischen Ehepartners der ausländische Ehepartner das Eigentum nicht direkt erben kann, sondern Möglichkeiten hat, dieses zu veräußern oder an gesetzliche Erben weiterzugeben.

Einschränkungen für ehemalige philippinische Staatsbürger

Ehemalige philippinische Staatsbürger, die ihre Staatsbürgerschaft durch Naturalisierung in einem fremden Land verloren haben, unterliegen bestimmten Einschränkungen beim Immobilienerwerb. Diese Einschränkungen betreffen sowohl die Größe des erwerbbaren Grundstücks als auch den Zweck des Eigentums.

Fazit

Der Immobilienmarkt auf den Philippinen bietet verschiedene Möglichkeiten für Ausländer und ehemalige Filipinos, unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften und Einschränkungen Eigentum zu erwerben. Es ist jedoch unerlässlich, sich vor einem Kauf eingehend über die rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.


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